Besuch in der Suchtfachklinik

Frauentreff Höchstenbach zu Gast in den Kliniken Wied

Immer sind es verschiedene Themen und Anliegen, mit denen sich der Frauentreff Höchstenbach des evangelischen Dekanats in den monatlich stattfindenden Treffen beschäftigt. An einem Dienstagabend im Oktober wurde sich einem Thema angenähert, welches im Alltag oftmals noch mit Stigmatisierung zu kämpfen hat: Suchterkrankungen.

In Wied, unweit von Höchstenbach, liegt idyllisch aber auch ein wenig versteckt in der Natur gelegen ein Ort, an dem Suchterkrankungen schon seit 1974 keinen Vorurteilen mehr begegnen sondern Berufung sind: die Kliniken Wied, Facheinrichtung für psychosomatische Medizin mit dem Schwerpunkt der Abhängigkeitserkrankungen. Als die in den Kliniken Wied leitende Psychologin Fr. Prof. Dr. Wilma Funke im letzten Jahr zum Frauenfrühstück in Höchstenbach als Gastrednerin fungierte und zum Austausch in die Klinik einlud, war schnell klar, dass der Besuch in den Kliniken Wied und das Thema Sucht auf die Jahresagenda 2018 aufgenommen wurden. Das Interesse war groß und so besuchten am 16.10.2018 15 Angehörige des Frauentreffs zusammen die Kliniken Wied, um den Austausch unter Frauen, diesmal mit zusätzlich vier Patientinnen der Kliniken Wied sowie zwei Mitarbeiterinnen, zu pflegen. Schnell stellte sich heraus, dass es bereits einige „nachbarschaftliche“ Kontakt- und Berührungspunkte mit den Kliniken Wied gegeben hatte: So war beispielsweise eine Dame des Frauentreff Höchstenbach langjährig für die Zustellung der Post und der Telegramme an die Klinik zuständig und sie kam täglich mit Patienten und Mitarbeitern der Kliniken Wied in Kontakt.

Einen ersten Eindruck zur Tätigkeit der Klinik und zum Thema Abhängigkeitserkrankungen gab Prof. Dr. Funke mittels einer kurzen Klinikvorstellung, die den anschließenden Austausch unter den Frauen einleitete. Als nicht selbstverständlich wurden die Offenheit und der Mut der vier Patientinnen seitens der Gäste gewürdigt, sich den Fragen der Runde anzunehmen. Interessiertes Fragen und eine zugewandte Haltung der Gesprächspartnerinnen bewegten die Patientinnen, über die Erkrankung, deren Entstehung und Verlauf sowie auch von Privatem, Ängsten und Zielen zu sprechen. Was Rehabilitationsbehandlung im Bereich von Abhängigkeitserkrankungen bedeutet, verdeutlichten die Berichte der Patientinnen zum Klinikalltag, den Behandlungsbestandteilen und Angeboten.

Jede der teilnehmenden Patientinnen definierte für sich selbst, in wie weit Teile der persönlichen Geschichte preisgegeben wurden. Im von Respekt und Wertschätzung geprägten Gesprächsrahmen kam es zu einem vertrauensvollen und gewinnbringenden Austausch, der den gemeinsamen Abend bis zu einem freundlichen und warmherzigen Abschied prägte. Die Organisatoren Fr. Dr. Wilma Funke und Regina Kehr, Referentin für Familien- und Erwachsenenbildung des evangelischen Dekanats Westerwald, blicken zufrieden auf eine gelungene Veranstaltung in den Kliniken Wied zurück.

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